Der Anteil der Landwirtschaft an den Treibhausgasemissionen beträgt sowohl in der Schweiz als auch weltweit rund 7 bis 14 Prozent, je nach Berechnungsmethode und Systemgrenzen. Damit ist die Agrarwirtschaft ein relevanter Emittent. Gleichzeitig bietet sie erhebliches Transformationspotenzial. Mit den richtigen Hebeln und innovativen Lösungen lassen sich Emissionen wirksam reduzieren und nachhaltige Ansätze im grossen Massstab skalieren.
Seit dem Frühjahr 2025 unterstützt die Klimastiftung Schweiz die Liechtensteiner Firma Pantec Biosolutions AG, welche den autonomen «LaserFly» zur Schädlingserkennung und -behandlung in der Landwirtschaft entwickelt hat. Landwirtschaftliche Laser für die Schädlingsbekämpfung sind klimawirksam, weil sie helfen, den Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln zu reduzieren oder sogar ganz zu ersetzen.
Wie haben die Liechtensteiner Pantec und die Schweizer Stiftung zusammengefunden? Wo helfen im Klimaschutz neue Denkanstösse? Wie ist die Wirtschaft involviert? Solchen Fragen ging das Plenum «Klimaschutz neu denken» am Unternehmertag Liechtenstein nach. Auf dem Podium sassen Ende Juni in Vaduz Pantec-CEO Clemens Hagen, Ivo Klein von der LIFE Klimastiftung Liechtenstein und Ursula Finsterwald von der Klimastiftung Schweiz, Moderator war der von der SRF-Sendung «Einstein» bekannte Tobias Müller. Es entstand ein lebhafter Austausch, hier einige Auszüge:
Aus den USA schwappt eine «Anti-Klimaschutz-Welle» zu uns
Ivo Klein: Die Stiftungen arbeiten eng zusammen. Die LIFE Klimastiftung hat beispielsweise Pantec an die Klimastiftung Schweiz weiterverwiesen, da das Projekt die Schweizer Bedingungen optimal erfüllt. LIFE hat einen anderen Förderscope und ergänzt die Klimastiftung Schweiz. Beispielsweise werden auch bewusstseinsbildende Projekt in Liechtenstein gefördert.
Ursula Finsterwald: «Emissionen in der Landwirtschaft müssen gesenkt werden. Hier setzt LaserFly an, indem Pestizide und damit Emissionen reduziert werden können.»
Clemens Hagen: Der nächste Schritt ist den Bauern zu zeigen, was wir können. Mit dem Erfolg wollen wir weitere Partner gewinnen. Was uns fehlt in Liechtenstein ist Risikokapital. Solche Projekte müssen in Europa bleiben. Aber dafür muss, wie in den USA, eine Kultur von Risikokapital geschaffen werden.
Ursula Finsterwald: Man spürt, dass aus den USA eine Art «Anti-Klimaschutz-Welle» kommt. Aber Klimaschutz geht nicht weg. Hitzewellen werden häufiger. Lieferketten-Abhängigkeiten zeigen sich mit dem Irankrieg sehr stark.
Ivo Klein: Im Klimaschutz braucht es Anreize, denn eine Gebots- und Verbotskultur kommt schlecht an. Aus Innovation entstehen neue Geschäftsmodelle und Arbeitsplätze. Man muss diese Vorteile im Klimaschutz sehen und herausheben.
Fazit: Klimaschutz gelingt, wenn innovative Entwicklungen, engagierte Unternehmen und starke Partnerschaften zusammenkommen. So übernimmt Wirtschaft eine zentrale Rolle bei der Entwicklung und Umsetzung wirksamer Klimaschutzlösungen. Das hat das Plenum in Vaduz eindrücklich gezeigt.
Klima schützen. KMU stärken. Nach diesem Motto unterstützt die Klimastiftung Schweiz Projekte kleiner und mittlerer Unternehmen, die einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Die Stiftung hat seit ihrer Gründung 2008 Förderungen in der Höhe von über 43 Millionen Franken in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein gesprochen. Davon flossen über 23 Millionen Franken in mehr als 220 Innovationsprojekte.
Die Klimastiftung Schweiz wurde als gemeinnützige, unabhängige Stiftung gegründet. Sie ist unter Bundesaufsicht und steht interessierten Firmen offen, die durch einen effizienten und gezielten Einsatz der Rückverteilung aus der CO2-Lenkungsabgabe den Klimaschutz verstärken wollen.
Stand Mai 2026