So verbraucht Beschichten weniger Energie und Material

 

Die coatmaster AG aus Winterthur hat eine patentierte Technologie zur Messung von Beschichtungen entwickelt. Mit dem praktischen Handmessgerät können Unternehmen bei der industriellen Beschichtung spürbar Material und Energie einsparen. Die Klimastiftung Schweiz hat die Entwicklung der Technologie unterstützt – und hat die Lösung nun auch in ihre Liste der Standardmassnahmen zum Energiesparen aufgenommen. KMU, die ihre Beschichtungsprozesse mithilfe eines coatmaster-Messgeräts optimieren wollen, erhalten 8'000 CHF.

Von Andor Bariska, Co-CEO und Mitgründer der coatmaster AG

Küchengeräte, Transportmittel, Möbel – die meisten industriell gefertigten Produkte werden beschichtet. Die Beschichtung spielt eine wichtige Rolle, denn sie dekoriert, schützt und verleiht funktionale Eigenschaften. Die Beschichtungen werden meist nass oder in Pulverform aufgetragen und in einem zweiten Schritt im Ofen eingebrannt. Zwischen Applikation und dem Zeitpunkt, an dem das Teil wieder aus dem Ofen kommt und die Schichtdicke gemessen werden kann, kommt es folglich zu einer Zeitverzögerung. Dadurch entsteht Unsicherheit bezüglich der Beschichtungsqualität; denn Beschichtungsprozesse reagieren empfindlich auf die Umgebung. Deshalb trägt der Beschichter meistens schon im Vornherein mehr Material auf, als eigentlich erforderlich wäre. Dieser Sicherheitszuschlag beträgt bis zu 50%. Dadurch wird nicht nur Beschichtungsmaterial, sondern auch Energie für das Einbrennen verschwendet.
 

Kontrolle der Schichtdicke in einer Automatik-Beschichtungsanlage mit dem coatmaster Flex

Die coatmaster-Technologie ermöglicht Material- und Energieeinsparung

Das Winterthurer KMU coatmaster AG hat eine patentierte Messtechnologie entwickelt, welche die Bestimmung der Schichtdicke berührungslos und direkt nach der Applikation – also noch vor dem Ofen – erlaubt. Anhand der Messwerte von coatmaster kann der Prozess genau kontrolliert werden. Der Beschichter oder die Beschichterin kann dadurch die Schichtdicke um bis zu 30% senken, ohne ein Risiko einzugehen. Dadurch reduziert sich nicht nur den Verbrauch von Beschichtungsmaterial, sondern auch der Energieverbrauch des Einbrennofens sowie die Nacharbeit. Zudem wird Ausschussmaterial vermieden. Fest installierte Messsysteme basierend auf der coatmaster-Technologie sind weltweit bereits in der Serienproduktion in Grossunternehmen und Anlagen mit hohem Materialdurchsatz im Einsatz. Ende 2018 hat die coatmaster AG die Technologie mit dem coatmaster Flex in einem Handmessgerät auf den Markt gebracht. Der coatmaster Flex ermöglicht auch mittelgrossen Beschichtungsunternehmen einen wirtschaftlichen Einsatz der neuen Messtechnologie in Beschichtungsanlagen, da neben den Kosten für das Messgerät keine weiteren Integrationskosten anfallen.
 

Das Handmessgerät coatmaster Flex lohnt sich auch für kleinere Beschichtungsbetriebe. 

Förderung durch die Klimastiftung Schweiz

Dank der Förderung der Klimastiftung Schweiz können nun auch kleinere Unternehmen den coatmaster Flex für die Kontrolle ihrer Beschichtungsprozesse einsetzen. Die Stiftung hat coatmaster nicht nur bei der Entwicklung der Technologie unterstützt, sondern hat die Lösung nun auch in die Liste ihrer Standardmassnahmen für KMU aufgenommen. Interessierte KMU können über die Webseite der Stiftung eine entsprechende Förderung (Pauschal 8000 CHF) beantragen. Eine Beispielrechnung zeigt das Einsparpotenzial: Ein typischer Betrieb verbraucht 20 Tonnen Lackmaterial jährlich. Ausgehend von einer Senkung um 30% seines Lackverbrauchs mit coatmaster Flex, kann dieser damit jährlich 6 Tonnen Lackmaterial einsparen. Über fünf Jahre gerechnet könnten in solchen Beschichtungsbetrieben umgerechnet 180 Tonnen CO2 sowie 60 Tonnen Rohöl durch Senkung des Lackverbrauchs eingespart werden. Dies schont unsere Umwelt und entlastet den Betrieb und seine Mitarbeiter. 

Energie sparen im Betrieb

Plant Ihr KMU Energie zu sparen?

Die Klimastiftung Schweiz unterstützt sie dabei. Für eine Förderung muss Ihr KMU folgende Kriterien erfüllen:

  • Das KMU ist in der Schweiz oder in Liechtenstein zuhause und hat maximal 250 Mitarbeitende.
  • Das KMU ist nicht befreit von der CO2- und/oder der KEV-Abgabe.
  • Das Unternehmenskapital ist nicht oder nur zu weniger als der Hälfte in den Händen grösserer Konzerne oder öffentlich-rechtlicher Organisationen.
  • Das Projekt wird in der Schweiz oder in Liechtenstein umgesetzt.
  • Die Massnahmen sind noch nicht umgesetzt und die entsprechenden Investitionen noch nicht ausgelöst.

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